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Etwa 80 Bogensportler aus den beiden ehemaligen Bezirken des Landes (Halle und Magdeburg) gründeten am 21. September 1990 anlässlich der Wettkämpfe um den "Nacht- und Nebelpokal" in Leuna den "Bogensportbund Sachsen- Anhalt e.V.". Sie „installierten“ das Präsidium, sowie das Wettkampf- und Ausbildungssystem neu und rüsteten sich neu aus.

Eine Satzung wurde bereits einige Wochen vorher (11.08.1990) ausgefertigt und zeigte auf, dass die Idee, den Bogensportbund Sachsen- Anhalt e.V. zu gründen, keine Nacht- und Nebenaktion sein sollte.


Aufstellung des Präsidiums von 1990

Bereits am 20.11.1990 beantragte Präsident Klaus Oelsch die Aufnahme des Bogensportbund Sachsen- Anhalt e.V. in den DBSV. In den Jahr nach der Wende fanden regelmäßig und in kurzen Abständen Präsidiumssitzungen statt. Immerhin sollte es nach der Wende in Sachsen- Anhalt mit dem Bogensport wieder vorangehen.

Am 13. April 1991 traf man sich in Halle- Neustadt zur Präsidiumstagung. Das Ziel war vor allem die Neuordnung des Systems um den Bogensport in Sachsen- Anhalt. Die Vereine erhielten die Aufgabe, eine namentliche Mitgliederliste zu erstellen, um genaue Informationen über die Vereine und die indirekten Mitglieder des BSSA zu erhalten. Immerhin sollte diese Liste die Basis für Beitragszahlungen und für Klasseneinteilungen bei Wettkämpfen sein.


Liste der direkten und indirekten BSSA- Mitglieder vom April 1990



Kurzübersicht der Vereine im BSSA Stand: Ende 1990

Die „Volkszählung“ ergab neun Vereine und etwa 150 Mitglieder in diesen Vereinen.

Am 16. April 1991 fügte Präsident Klaus Oelsch folgenden Nachtrag an das Sitzungsprotokoll vom 13.04.91: „Heute 16.4.91 erhielt ich vom Kreisgericht Halle die Urkunde als „eingetragener Verein“ für den „Bogensportbund Sachsen- Anhalt e.V.“. Bestätigt am 21. September 1990. Nr. Vereinsregister 462. Wir sind voll rechtsfähig.“

In seinem Bericht an den Präsidenten des DBSV Schatz äußerte sich BSSA- Präsident Klaus Oelsch positiv. Er lobte vor allem die Entwicklung bei den Wettkämpfen. Die Leistungen der Schützen würden ansteigen und vor allem fände man zunehmend neue Namen auf den Startlisten. Die Vereine würden aktiv an der Präsidiumsarbeit mitwirken, die Pressearbeit wirke sich positiv auf den Verband aus. Im Allgemeinen würde es in Sachsen- Anhalt voran gehen mit dem Bogensport.


Bericht des Präsidenten des BSSA Klaus Oelsch an den DBSV- Präsidenten Schatz

So wurde bei der Tagung des Präsidiums am 05.10.1991 in Dessau beschlossen, eine Rekordordnung (bis 30.10.91) zu erarbeiten und das künftig die Compound und Recurveklassen getrennt voneinander gewertet werden sollten. Zu dieser Zeit bestand schon eine Rekordliste im Bereich FITA Freiluft.


Rekordliste vom August 1991

Zudem wollte man eine Ausschreibungs- und Meldeordnung gestalten, die den reibungslosen Ablauf der Wettkampfvorbereitungen gewährleisten sollte.


Eine Ausschreibung des TSV Einheit Dessau aus dem Jahr 1991.

Dass die Förderung der Leistungsspitzen in unserem Bundesland absolute Priorität genoss, wurde durch einen Beschluss bei dieser Tagung deutlich. So bekam der Deutsche Meister eines jeweiligen Wettkampfes zu 100% die Kosten für Reise, Startgeld und Übernachtung erstattet. Wer immerhin sehr nah an die Ringzahl des Deutschen Meisters (95- 85 %) herankam, wurde mit 50 bis 80% dieser Kosten durch den BSSA gefördert. Auch gab es eine Vergabe von Turnierscheiben. An die größeren Vereine wurde eine kleine Anzahl von Scheiben vergeben, die im Eigentum des BSSA standen und nur für Wettkampfzwecke verwendet werden durften. Bei den Wettkämpfen ab 1991 richtete man sich nach der Sportordnung des DBSV.


Ein Entwurf der Sportordnung des DBSV aus dem Jahr 1991.

Mit Antrag vom 15.11.1991 beantragte der Bogensportbund Sachsen- Anhalt e.V. die Aufnahme in den Landessportbund Sachsen- Anhalt.


Antrag auf Aufnahme in den LSB des Präsidenten Klaus Oelsch.

Bis 1993 gab es wieder 10 Vereine in Sachsen- Anhalt. Zwei in Halle, je einen Verein in Bellingen/ Kreis Stendal, Dessau, Zeitz, Wolfen, Salzwedel, Burg, Muldenstein/Kreis Bitterfeld und Hettstedt mit etwa insgesamt etwa 250 Mitgliedern. In dieser Zeit war der Bogensport besonders in Bellingen sehr betriebsam. Der sehr aktive Verein schaffte es in unglaublich kurzer Zeit, hervorragende Leistungen zu erbringen. Und zwar nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch im Bau einer eigenen Bogensportanlage. Das war Grund genug, in Bellingen das Leistungszentrum Bogenschießen für Sachsen- Anhalt errichten. Vor dem Hintergrund eines lebhaften Wettkampfbetriebes wird auch eifrig an der Verbesserung der Leistungen gearbeitet.

In den Jahren 1992 und 1993 konnten anhaltinische Bogensportler in ihren Klassen immerhin 3 Deutsche Meistertitel und mehrere 2. und 3. Plätze erringen. Hauptaugenmerk aller Vereine waren die Kinder und Jugendlichen. Dass es notwendig war, sie sinnvoll zu beschäftigen, wusste jeder. Klar war auch, dass die Stärke der Vereine in den nächsten Jahren davon abhing, wie hier Bemühungen und Kräfte investiert werden würden.

Seit dem Landesschützentag Anfang April 1993 in Tangerhütte sind die Bogensportler Sachsen-Anhalts, organisiert im selbständigen Fachverband, dem Bogensportbund Sachsen-Anhalt e.V., Mitglied des Landesschützenverbandes. Das gibt es in keinem anderen Land der Bundesrepublik. In den neuen Bundesländern gibt es traditionell den Deutschen Bogensportverband seit 1959 neben den Landesschützenverbänden. Bis 1990 etwa hatte man nichts miteinander zu tun, man kannte einander ja kaum. In den alten Bundesländern waren die Bogensportler beim Schützenbund und sind es meist noch. "Ausreißversuche" aus dieser Lage und die Vereinigung Deutschlands führten nun zu dem kuriosen Zustand, daß es 3 "Vereinigungen" gibt, in denen sich die Jünger des krummen Holzes organisieren - dem Schützenbund, dem Deutschen Bogensportverband und dem Deutschen Feldbogenverband. Um im Lande Sachsen-Anhalt diesen Zustand zu vermeiden, die Einheitlichkeit des Bogensports und seiner Anhänger zu bewahren und der Sportart möglichst viele Möglichkeiten der Verbreitung zu geben, wurde jenes "Sachsen- Anhaltinische- Modell" gewählt, dass jedem Bogensportfan die Teilnahme an allen Wettkämpfen im Lande ermöglicht, und das es nun mit Leben zu erfüllen und voran zubringen galt.

Für das Jahr 1992 wurde angestrebt, die Wettkämpfe im Feld- und Jagdschießen mehr publik zu machen. Dies sollte vor allem durch die Aufnahme in den offiziellen Wettkampfkalender geschehen. Eine Rekordliste gab es aufgrund der unterschiedlichen nicht vergleichbaren Bedingungen der Parcours nicht.

Eine echte Initiative in Richtung Feldbogenschießen gab die Gründung der Halleschen Feldbogengilde 1991 e.V., die das Feldbogenschießen als Grundlage des Vereins betrachtete. Bereits 1992 fand ein Halali in Dessau statt.


Zeitungsartikel aus der MZ zum Halali 1992 in Dessau.

Höhepunkte in Sachen Feldbogenschießen gab es dann durch die Ausrichtung der Deutsche Meisterschaften Feld / Wald in Halle im Jahr 1993...


Zeitungsartikel aus der MZ zur DM Feldbogen 1993 in Halle- Nietleben.

und der Hallenmeisterschaften im Feldbogenschießen 1995 durch die TSG Halle- Neustadt.


Zeitungsartikel aus der MZ zur Hallen- DM Feldbogenbogen 1995 in Halle.

Regelmäßig fand jedes Jahr auch das Turnier um die "Blauen Scheiben" in Halle statt und bildete damit auch den einzigen Fortbestand des Feldbogenschießens in der Halle in Sachsen- Anhalt.


Zeitungsartikel aus der MZ zur "Blauen Scheibe" 1996 in Halle.



Hier geht's zu den Jahren 2000 bis 2008.

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